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Mut Tut Gut – Aktionstag“für Geflüchtete“

Mut tut gut – Aktionstag“für Geflüchtete“

Unter dem bekannten Motto „Mut tut gut“ fand am 22. April 2017 von 10.00 bis 16.00 Uhr der Aktionstag für Geflüchtete im Kolping-Berufsbildungswerk in Essen statt.

Ein abwechslungsreiches Programm rund um das Thema Flucht und Integration bot zahlreiche Möglichkeiten zur Informationsbeschaffung an.

Nach einer kurzen Einführung ins Thema durch Klaudia Rudersdorf referierte Peter Renzel, Sozialdezernent der Stadt Essen, ausführlich über Daten und Fakten der aktuellen Flüchtlingssituation. Unter dem Aspekt „Alles wieder normal oder …?“ betonte er nachdrücklich, dass das Thema Flüchtlinge noch lange nicht abgeschlossen ist, sondern wir uns mitten in einem noch andauernden Prozess befinden. Für die Unterbringung der Geflüchteten haben wir gesorgt, doch nun stellt die Integration die wichtigste Aufgabe dar. Eine Arbeit, die nicht in den Büros der städtischen Institutionen und Organe geleistet werden kann, sondern vor Ort – mitten unter den Bürgern –stattfinden muss.

Im Anschluss erklärte Martina Lochmann, die Leiterin der Clearingstelle, in einem Interview, die Funktion und Aufgabe der Clearingstelle, wie zum Beispiel die Erledigung aller Formalitäten mit Behörden aber auch die Einführung der Geflüchteten in kulturelle Grundlagen: z.B. die Verwendung von Messer und Gabel, Begrüßungsrituale und Toilettenbenutzung. Da das Berufsbildungswerk seit 2 Jahren unbegleitete minderjährige Geflüchtete beherbergt, konnte Martina Lochmann von ihren Erfahrungen über Ängste und Wünsche der Jugendlichen berichten und bestätigte die Aussage von Peter Renzel, dass soziale Kontakte die wichtigste Voraussetzung für eine gelungene Integration darstellen. Der Kontakt zu Gleichaltrigen spielt dabei eine bedeutende Rolle.

Nach dem gelungenen Vortragsteil hatten die Gäste Gelegenheit, sich am internationalen Beilagenbuffet zu stärken. Das Kochteam des Kolping-Berufsbildungswerkes und die Hauswirtschafterin der Clearingstelle hatten bestens für das leibliche Wohl gesorgt.

Des Weiteren boten diverse Informationstische den Besuchern die Möglichkeit, mit Fachleuten ins Gespräch zu kommen. Vertreten waren beispielsweise Amnesty International, der Essener Sportbund oder die Caritas-Flüchtlingshilfe Essen e.V., die in allen Fragen rund um das Thema Integration beraten konnten. Das Kolping-Berufsbildungswerk informierte über Sprachkurse.  Als Experte für Flüchtlinge beantwortete Rudi Löffelsend Fragen aus seinem reichhaltigen Erfahrungsschatz. Anhand von Fotos eines griechischen Flüchtlingslagers berichtete Ursula Schürks über die dortige Situation.

Natürlich hat auch die Kolping-Roadshow bei diesem Aktionstag nicht gefehlt. Das im Jahr 2016 vom Bundesverband gegründete Netzwerk für Geflüchtete informiert im jederzeit buchbaren Infomobil interaktiv über Fluchtursachen und Integration unter Berücksichtigung der vier gesetzten Ziele „Wohnen, Begleiten, Bilden und Zusammenleben“.

In einem Workshop zum Thema Integration fand sich eine kleine Gruppe interessierter Besucher zusammen, die anhand von konkreten Beispielen lebhaft über die folgenden Themen diskutierte:

Wie würde ich in bestimmten Situationen beim Kontakt mit Geflüchteten reagieren?

Wie kann ich mich persönlich bei der Integration Geflüchteter engagieren?

Wie kann ich Vorurteile erkennen, abbauen und wie kann ich andere davon überzeugen ihre Vorurteile abzubauen?

Wie werde ich sensibel für die Bedürfnisse von Geflüchteten?

Andreas Zimmermann vom Hilfswerk Missio informierte ebenfalls in einem Workshop über Fluchtursachen am Beispiel des Handykonsums in der heutigen Zeit. Als einen weiteren Aspekt erwähnte Andreas Zimmermann den Klimawandel, der in den nächsten Jahrzehnten zu einer vorhersehbaren Flut von Flüchtlingen führen wird, wenn einige Länder von Wasser überschwemmt und die dort ansässigen Bewohner heimatlos sein werden. Eine Tatsache, die nicht nur abschrecken, sondern auch ermuntern sollte, sich schon heute intensiv mit dem Thema zu befassen, wie Integration für alle Beteiligten gut funktionieren könnte.

Trotz der geringen Besucherzahlen an diesem Aktionstag wird Kolping sich auch zukünftig dem Thema Flüchtlinge widmen und kreativ daran weiterarbeiten.

Bericht: Simone Niess

 

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