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Ökumenischer Bußgang der Männer und Frauen in Bottrop 2021

Traditionell findet der ökumenische Bußgang der Männer und Frauen in Bottrop am Freitag vor Palmsonntag statt. Zu jährlich wechselnden Themen marschieren die Bußgänger*innen durch die Bottroper Innenstadt.

Da Aufgrund der Pandemie ein Bußgang mit einer größeren Anzahl an Menschen nicht geboten war, hat sich der Vorbereitungskreis des ACK Bottrop (Arbeitskreis Christlicher Kirchen in Bottrop) entschlossen, Bußmeditationen digital anzubieten. Daher wurde der Bußgang unter anderem hier geschaltet.

Das diesjährige Hungertuch – das erste ökumenische Hungertuch von Misereor und Brot für die Welt – behandelt das Thema „Du stellst meine Füße auf weiten Raum – die Kraft des Wandels“.

Die Künstlerin Lilian Moreno Sánchez hat das Hungertuch gestaltet hat. Sie ist in Chile geboren und lebt seit 1996 in Deutschland. Das Tuch besteht aus drei Teilen (Triptychon). Schwarze Linien zeichnen das Röntgenbild eines Fußes, der mehrfach gebrochen ist. Der Fuß gehört zu einem Menschen, der bei einer Demonstration in Santiago de Chile durch die Polizei schwer verwundet worden ist. Seit Oktober 2019 protestieren dort auf dem „Platz der Würde“ viele Menschen gegen ungerechte Verhältnisse. Tausende Demonstranten wurden durch die Staatsgewalt brutal geschlagen und verhaftet. Dieser Fuß mit den sichtbaren Verletzungen steht stellvertretend für alle Orte, an denen Menschen gebrochen und zertreten werden. Das Bild entstand zu Beginn der Corona-Pandemie im Augsburger Atelier der Künstlerin. Auch ihr Heimatland Chile wurde schwer von dem neuartigen Virus getroffen. Existenzängste und die drohende Überforderung des Gesundheitssystems verschärfen die bestehenden politischen und sozialen Probleme. Lilian Moreno Sánchez ist in der Zeit der Diktatur groß geworden, die in Chile nicht wirklich aufgearbeitet wurde. Doch sie glaubt an Veränderung, die möglich wird, wenn man sich den Gewalterfahrungen der Vergangenheit und Gegenwart stellt.

„Du stellst meine Füße auf weiten Raum“ dieser Psalmvers beschreibt, was im Glauben alles möglich ist. Wandel kann geschehen!

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Im digitalen Bußgang sind Gedanken und Meditationen an 5 Orten zu sehen:

  • Kapelle der altkatholischen Gemeinde – Eröffnung und Einführung ins Hungertuch
  • Rathaus – „Unsere Kommune wandelt sich“
  • Martinszentrum Flüchtlingscafe– „Ich setze meine Füße in fremdes Land“ –
  • Kapelle Knappschaftskrankenhaus – „Kraft des Wandels – Heilung an Leib und Seele“
  • Kirche St. Cyriakus – „Unsere ökologische Verantwortung“

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Für die Drehaufnahmen zeichnen Tobias Kubiczek und Lukas Hahnel verantwortlich. Diese beiden jungen Herren tuen dies ehrenamtlich und sehr professionell!

Informationen zusammengestellt von Margit Jung, Bezirksverband Bottrop

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