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Kolpinggedenktag 2021

„Steht auf und gebt der Welt ein Lebenszeichen in jedem von euch brennt dasselbe Licht. Noch ist es dunkel, doch die Nacht wird weichen. Schenkt der Welt ein menschliches Gesicht!“

Spürt ihr diese Kraft und Energie, diese Hoffnung und Zuversicht, den Mut und die Entschlossenheit, die in diesen Sätzen stecken? Ich hoffe und ich wünsche es uns allen so sehr, dass heute in dieser Hl. Messe, bei der Feier des Kolpinggedenktages ein Funke Hoffnung und Zuversicht auf uns alle überspringt. Denn nur so können wir all dem trotzen, was uns Sorgen und Ängste bereitet.
Diese Zeilen bringen es deutlich auf den Punkt, worum es Adolph Kolping ging und worum es uns Christen heute gehen sollte. Es geht darum, sich von dem Licht Jesu Christi, das in der Heiligen Nacht hell erstrahlt, entzünden zu lassen. Es geht darum, die dunklen Herzen der Menschen zum Leuchten zu bringen.

Mit diesen Worten begrüßte Karl Evers, Sprecher des Leitungsteams der Kolpingsfamilie Gelsenkirchen-Zentral, die Gottesdienstbesucher in der Propsteikirche St. Augustinus. In einem zweiten Teil erklärte er der Gemeinde an einigen Schlaglichtern aus der Geschichte unseres Verbandes, warum die Feier des Kolpinggedenktages für uns so wichtig ist. In der Predigt griff das Mitglied des Leitungsteams, Bärbel Benthaus, den eingangs erwähnten Refrain auf. Er stammt aus dem Lied „Lebenszeichen“ aus dem Musical „Kolpingstraum“.
Das Lied wurde inspiriert vom Wirken Adolph Kolpings und von den prekären Umständen, in denen damals die Menschen leben mussten. Die Sehnsucht der Menschen nach Freiheit und Gerechtigkeit, nach Hoffnung und Zuversicht, nach Sorglosigkeit und Perspektiven war groß. Adolph Kolping hat es durch sein Wirken als „Handwerker Gottes“ geschafft, der Sehnsucht der Menschen ein zu Hause zu geben. In ihm brannte das Licht Jesu Christi. Kolping gab dieses Licht auf vielfältige Art und Weise weiter und schenkte so der Welt wieder ein menschliches Gesicht. Gott schenkte der Welt ein menschliches Gesicht. Das heißt auch, wenn wir in ein menschliches Gesicht blicken, können wir auch unserem Gott begegnen. Das hat Kolping irgendwann verstanden und vor allem auch gespürt. Deswegen wurde er vom Schuster-Handwerker zum Handwerker Gottes.
Kolping hat verstanden, dass überall dort, wo Güte und Liebe herrscht, Gott wohnt. Mit seinem Reden, Wirken und Handeln hat er Gott wieder ins Spiel gebracht. Er hat seinen Mitmenschen somit zu verstehen gegeben, dass sie nicht im Stich gelassen werden, dass ihre zum Himmel schreiende Not erhört wird. Kolping hat seiner Welt wieder ein menschliches Gesicht geschenkt.

Nehmen wir uns bei diesem Auftrag Adolph Kolping zum Vorbild. „Die Nöte der Zeit werden uns lehren, was zu tun ist.“ So hat er es uns ins Stammbuch geschrieben. Hören wir endlich auf darüber zu diskutieren, warum etwas NICHT geht. Sondern lasst uns kreativ werden, lasst uns neue Wege gehen. Denn wir brauchen ein menschliches Gesicht. Das ist das schönste und wertvollste Geschenk, das wir einander machen können.

Die anschließende Feierstunde wurde eröffnet mit Betrachtungen zum Gruß „TREU KOLPING“ und zur Symbolik der Farben in unserem Banner.
Zu einer Besonderheit in unserem Verband gehört der Gruß „Treu Kolping“. Er geht auf eine Entscheidung der 29. Generalversammlung im Jahr 1930 zurück. Der damalige Beschluss lautete: Neben dem altehrwürdigen Gruß „Gott segne das ehrbare Handwerk, Gott segne es!“ wird als kurzer prägnanter Gruß für den Straßengebrauch der Gruß „Treu Kolping – Kolping treu!“ eingeführt.
Heute ist das „TREU KOLPING“ längst mehr als ein Straßengruß geworden. Diese Worte verstehen wir als ein Bekenntnis zu Adolph Kolping und seinem Werk.

Ein weiteres Symbol unseres Verbandes ist das Banner.
Wenn wir das Banner betrachten, sehen wir zunächst viel Schwarz. Die Farbe steht für Dunkelheit, Höhle, Nacht, Finsternis, Angst, Hoffnungslosigkeit, Tod. Diese Gedanken kommen einem in den Sinn, wenn wir Schwarz sehen! Aber diese Gedanken sind all zu oft Realität, real im Leben der Menschen, real im eigenen Leben.
Das Orange im Kolping-K drückt Lebensfreude aus. Freude, die uns durch Jesus Christus geschenkt wird.
Freude, die wir durch tätige Liebe weiterschenken dürfen, so wie es uns Adolph Kolping vorgelebt hat.
Das Kolping-K ist mehr als nur ein Zeichen – es kann Programm sein für unser Leben.

Im Mittelpunkt der Feierstunde stand die Ehrung der Jubilarinnen und Jubilare.
Ein nicht oft vorkommendes Jubiläum konnte unser Kolpingbruder Hans-Josef Scheller feiern. 70 Jahre Mitgliedschaft in der Kolpingsfamilie. Insgesamt 50 Jahre davon hat er sich in verschiedenen Ämtern in den Dienst der Sache Adolph Kolpings gestellt. Im Jahr 2011 wurde ihm dafür das Ehrenzeichen des DV Essen verliehen.
Zwei Kolpingbrüdern, Wolfgang Keller und Werner Karsten, konnten für 60 Jahre Mitgliedschaft geehrt werden.

Einen Meilenstein ging die Kolpingsfamilie im Jahr 1971. Die ersten Frauen wurden aufgenommen. Diese Gruppe besteht noch heute. Den anwesenden Kolpingschwestern Bärbel Benthaus, Gisela Evers und Ursula Grumpe sowie den Kolpingbrüdern Georg Bary und Hans Symalla, die ebenfalls 50 Jahre dabei sind, sprachen wir unseren Dank und unsere Anerkennung aus.

„Liebe und Treue sind keine Gegenstände, die man verhandeln, schenken, nehmen und wieder geben kann. Das hieße Frevel mit der Menschennatur treiben!“, sagt Adolph Kolping.

Ich möchte es so ausdrücken, sagte Karl Evers: Es muss doch etwas dran sein an dieser Kolpingsfamilie, an diesem Kolpingwerk und insbesondere an diesem Adolph Kolping, sonst wären der Einladung zu diesem Tag nicht so viele Mitglieder und Gäste gefolgt. Möge dieser Kolpinggedenktag in uns lebendig halten, was wir allein vergessen und verlieren würden. Die Person und Botschaft Jesu Christi und das Leben und Werk Adolph Kolpings.

Foto: C. Fischer
v.l. : Hans Symalla, Heiner Grumpe, Karl Evers, Georg Bary
u.v.l. : Ursula Grumpe, Gisela Evers, Hans-Josef Scheller, Bärbel Benthaus, Wolfgang Keller

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